Geschichtliches über Heiligenberg :


 

Auf der Karte von Spruner taucht Heiligenberg (Heyligenperg) vor 1500 in der Geschichte erstmals auf. Die Legende berichtet, dass einst der "Bauer am Berg" dreimal den gleichen Traum hatte, er werde auf der Steinernen Brücke von Regensburg etwas Wichtiges erfahren. Als der Bauer nach mühsamer Fußwanderung diese Brücke erreicht hatte, erzählte er dem Brückenwächter auf seine Frage, was ihn hierher geführt habe, diesen Traum. Der Brückenwächter lachte ihn aus, auch er habe einen Traum gehabt: Beim "Bauern am Berg" sei unter der Hollunderstaude ein Kessel voll Gold vergraben, aber niemand wisse, wo dieser "Bauer am Berge" sei. Daraufhin wandte der Bauer seine Schritte, wanderte zurück zu seinem Hof, grub bei der Hollunderstaude und fand den Schatz, einen Kessel voller Goldstücke. Zum Dank ließ er ein Kirchlein erbauen.

Die Wallfahrtskirche St. Erasmus wurde im 15. Jh. vom Kloster Aldersbach aus erbaut. Von ihr ist heute nur noch die Sakristei mit besonders schönen schmiedeeisernen Türbeschlägen und der barock umgestaltete Chor erhalten. Das Langhaus wurde um 1720 neu errichtet. Die einheitliche Ausstattung mit Stuck und Deckengemälden – das Martyrium des Hl. Erasmus und dessen Wundertaten darstellend, anzurufen bei Leibbeschwerden aller Art – , mit dem Hochaltar und der Kanzel, dem Chorgestühl, den mit Muschelwerk beschnitzten Betstühlen sowie dem schmiedeeiserne Chorgitter entstanden in den folgenden dreißig Jahren. Die zahlreichen Votivtafeln in der benachbarten Friedhofskapelle (1498) geben Zeugnis von den Wallfahrten zu "Heiligen Berg". An bestimmten Sonntagen herrschte Marktbetrieb. Am "Sensenfreitag" (Freitag vor Pfingsten) versorgten sich die Bauern mit Sensen für die Heuernte. Pferde- und Radrennen (Einrad) wurden abgehalten. Sogar ein Wanderzirkus trat auf und gab seine Vorstellungen. Seit Ende des 2. Weltkriegs finden am 1. Mai Prozessionen aus den umliegenden Ortschaften statt, zum Dank für die überstandenen Schrecknisse des Krieges.

Seit 1985 finden hier in den Sommermonaten Konzerte mit Musik aus dem Mittelalter, der Renaissance, dem Barock bis zur frühen Klassik statt, veranstaltet vom Verein Kunst und Kultur in Niederbayern e.V. "Das erste Barockorchester Heiligenberg" und das "Est – Ensemble für alte Musik" hatten hier ihren Ursprung. Näheres siehe bei Home.